Geistesgesellschaft der Orischen - Energien der Natur

Wir leben mit Werten

Haben Sie Schwierigkeiten? Werden Sie von Fragen belastet, auf die Sie keine Antwort wissen? Auf eine religiös unbeschwerte Art und Weise werden wir versuchen Ihnen mit einem Rat zu helfen, damit Sie besseres Befinden, besseres Leben erreichen können.

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Der Bruder

Der Flughafen in Lagos, August, es ist heiß, staubig, ziemlich schmutzig…

Alle Angekommenen sollten den Flughafen sofort verlassen, es gibt keinen Platz fürs Abwarten auf Jemanden, der uns abholen würde, vor dem Gebäude darf man nicht stehen – so haben die Schutzpolizisten gesagt.

Die Nigerianer verspäten sich nicht, es ist nur, dass sie sich nicht von der Zeit belasten lassen.

Als wir uns schon damit abgefunden haben, dass wir hinter dem Gitter warten werden, mit all dem Gepäck, ohne Getränk, durchgeschwitzt und überdrüssig, tritt ein Flughafenangestellter zu uns, stellt sich vor Lado und starrt ihn an. Ein Alarm löst sich in meinem Kopf aus – ich habe ihm doch gesagt er solle da nicht rauchen, wenn wir doch nicht wissen ob er das dürfe!

Doch der Mann sagt: DICH KENNE ICH

Natürlich erkläre ich ihm sofort freundlich, dass das unmöglich sei, da dieser Herr zum ersten Mal in Afrika sei, dass er die Sprache nicht verstehe…

Er will aber nicht aufgeben: ICH KENNE DICH, DU BIST MEIN BRUDER!

Ehrlich gesagt, dachte ich, dass auch Danny Devito und Arnold Schwarzenegger die Zwillingsbrüder in jenem Film gespielt haben und sie ähnelten sich genauso viel, wie der hellhäutige, 174 cm hohe Lado und der moccafarbene, doppelbreite und hohe Herr, der vor ihm stand.

Er schaut zu mir, lächelt mich an und zeigt auf Lados Ifa-Kette, die er um seinen Hals trägt.

ER IST MEIN IFA-BRUDER, DESHALB KENNE ICH IHN.

Er wollte wissen, auf wen wir warteten und natürlich kannte er alle aufgezählten Menschen – sie seien doch Ifa. Er regelte alles mit dem Sicherheitsdienst, sodass wir auf dem Platz warten konnten, wo es sonst verboten war, und wenn es zu lange gedauert hätte, würde er uns ins Hotel fahren…

UND DAS IST ES.

MIT IFA, MIT DEN ORISCHEN, BIST DU NIEMALS ALLEINE, WIR ALLE SIND SPIRITUELLE BRÜDER UND SCHWESTERN.

 


 

Die Initiation

Sie fuhren uns ins Dorf, wo wir initiiert sein sollten. Sie brachten die Straße in Ordnung und färbten das Haus für uns über. Wir waren gerührt, obwohl das wortwörtlich bedeutete, dass es auf 1 km nur 20 Löcher im matschigen Weg gab statt 60, und dass von den 6 m des Hauses nur jener Teil durchgemalt worden war, wo wir eintreten würden, zusammen mit dem Zimmer in dem wir wohnen würden. Noch gerührter waren wir, als sie uns verpacktes Wasser fürs Zähneputzen, einen Aggregat für den Ventilator… gebracht hatten.

Schlafen – Strohliege, Toilette – Nachttopf, Geselligkeit – totale Isolation, da niemand auf unsere Schatten treten darf. Vor dem Haus in dem wir wohnen – fette Party, 12-Stunden-Trommeln ohne Pause, ein großer Schmaus für 100 Menschen, Tanzen. Es werden doch nicht jeden Tag zwei Weiße initiiert… das muss gefeiert werden.

Und diese Menschen können feiern! Ohne Alkohol oder anderen berauschenden Substanzen… der einzige Rausch ist die Musik, sind die Trommel… 

So viele einfache, weise, nette, freigebige, liebevolle, herzliche Menschen auf einer Stelle habe ich noch nie gesehen. Erst sind sie zurückgehalten, doch wenn sie einen annehmen, ist man für immer einer von ihnen.

 


 

Omi – das Wasser

Als sie zum ersten mal nach Slowenien kamen, dachten wir, sie seien ein wenig eigenartig erzogen worden… sie betätigen keinen Spülhebel nach der kleinen Notdurft, ihre Zähne putzen sie unter keinem Fließwasser, sie gießen es in einen Becherchen nur soviel, wie sie es brauchen…

Erst als wir sie in Nigeria besuchten wurde uns klar, was Wasser bedeutet – und was bedeutet es, wenn es keins gibt...

Kein Wunder, dass das Wasser über zahlreiche Gottheiten verehrt wird, es bedeutet ihnen soviel wie das Gold.

Und wenn man durch die Welt reist, wo man fast nirgends mehr Leitungswasser trinken darf, wo man sich nach der heißen afrikanischen Sonne, die den ganzen Tag lang heizt, nicht duschen darf – bis zum Fluss ist es weit, da halten sich die Stechmücken auf… – fängt man an es zu schätzen.

Jetzt wird das Wasser auch von uns verehrt, einige machen es durch den geringeren Verbrauch, die anderen durch die Reinigungsaktionen und alle zusammen durch die Verehrung von Gottheiten, die auf diese Welt gesandt wurden um uns des Schätzens zu lehren …